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Stiller Reflux

Bei der sogenannten Refluxerkrankung handelt es sich im Grunde um eine Funktionsstörung des Magenschliessmuskels, des unteren Ösophagussphinkters. Das bedeutet, dass die Schliessfunktion nicht mehr richtig funktioniert, der Magen quasi „undicht“ zur Speiseröhre hin ist und Magensäure in die Speiseröhre, aber auch bis in den Rachen und die oberen Atemwege, aufsteigen und dort Symptome bzw. Probleme verursachen kann.

Die derzeit meist verwendete Diagnostik zur Sicherung der Diagnose Reflux ist in Deutschland die Ösophagogastroduodenoskopie, auch Magenspiegelung genannt.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die Magenspiegelung eine essentielle Diagnostik bei Magen-Darmerkrankungen darstellt, jedoch auch darauf hinweisen, dass sie für die Diagnosefindung bei Reflux nicht die derzeit optimale Diagnostik darstellt.

Woran liegt das?

Der Grund ist relativ simpel: Säure ist nicht sichtbar und kann daher bei einer rein visuellen Untersuchung nicht festgestellt werden bzw. präzise beurteilt werden.

Man kann natürlich indirekte Hinweise beurteilen, wie z.B. den Grad der Rötung der Schleimhaut der Speiseröhre, aber in der Konsequenz sind Hinweise nun einmal nicht präzise. Gerade leichtgradiger Reflux kann nur sehr vage beurteilt werden. Ob die Säure dann aber auch bis in den Rachenbereich und obere Atemwege vordringt ist ebenfalls nicht beurteilbar.

Des Weiteren ist die Magenspiegelung eine Momentaufnahme und kann daher keinen Aufschluss über die Dynamik der Refluxerkrankung liefern.

Beim Reflux ist es außerdem sehr wichtig nicht nur die Speiseröhre, sondern auch und besonders den Rachen-Kehlkopfbereich bzw. die oberen Atemwege zu beurteilen. Da aber, wie oben erwähnt, eine visuelle Begutachtung der Schleimhäute keine präzise Beurteilung zulässt, ob nun Säure vorhanden oder sogar ein Problem ist, sollte man doch anders an die Sache herangehen.

Wenn ich Säure nicht sehen kann, dann muss ich sie eben direkt nachweisen. Wie das geht, haben wir alle in der Schule im Chemieunterricht gelernt, man muss den pH-Wert messen, das bedeutet man muss die Protonen, die Wasserstoffionen messen.

An dieser Stelle stellt sich folgende Frage: Aber es gibt doch schon Geräte, die den pH-Wert in der Speiseröhre messen können, sprich eine pH-Metrie. Das stimmt, allerdings haben diese Geräte ein technisches Manko, sie messen nicht den pH-Wert,  die Protonen, sondern den elektrischen Widerstand. Deshalb ist mit diesen Geräten keine präzise Messung von Säure und damit dem Reflux möglich, mal ganz abgesehen davon, dass wieder „nur“ die Speiseröhre untersucht wird.

Der stille Reflux heisst nun so, weil häufig die Speiseröhre gar keine Symptome macht, dass heisst es ist kein sogenanntes Sodbrennen vorhanden. Wenn aber die Speiseröhre gar keine Symptome macht, wieso wird denn dann immer die Speiseröhre untersucht und wie soll man dann den Reflux in der Speiseröhre überhaupt sehen können?

Hier hat die Firma Restech, die übrigens schon die ersten Beatmungsgeräte für Schlafapnoe-Patienten mit erfunden hat, angesetzt und eine technische Meisterleistung vollbracht. Restech hat nämlich die Messsonde für den pH-Wert (Wer so eine Sonde im Chemieunterricht schon einmal gesehen hat weiss, dass diese Sonden ca. 2cm dick und 10cm lang sind) miniaturisiert, sprich so klein gemacht, dass sie problemlos und ohne Schmerzen über die Nase im Rachen platziert werden kann und dort auch 24 Stunden belassen werden kann ohne als störend empfunden zu werden.

Hier kommt noch ein nicht unerheblicher Vorteil zur Magenspiegelung dazu, es braucht nämlich keine Sedierung des Patienten und es gibt keinerlei Möglichkeit einer Komplikation, wie z.B. einer Perforation der Speiseröhre, die zwar selten aber doch möglich ist bei der Magenspiegelung. Es handelt sich bei der Restech pH-Metrie also auch um die „minimalst“ invasive Diagnosemethode.

Aus den oben genannten Gründen ist die pH-Metrie der Firma Restech als die „state of the art“ Diagnostik für die Refluxerkrankung der oberen Atemwege zu bezeichnen.

Der einzige „Wermutstropfen“ ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dieser Untersuchung nicht übernehmen, die privaten Krankenversicherungen schon.

Falls Sie also gesetzlich krankenversichert sind, betragen die Kosten für die Restech pH-Metrie ca. 350€. Diese sind vorab in bar oder per EC-Karte zu entrichten.

Bei Terminvereinbarung immer das Stichwort „pH-Metrie“ nennen, dann bekommen Sie den „richtigen“ Termin.