HNO-Leopoldstrasse-Wartezimmer

Nasenrachenmandel-Entzündung oder Vergrößerung

(im Volksmund „Polypen“ genannt, nicht zu verwechseln mit Polypen in der Nase oder Darm beim Erwachsenen):

Die Nasenrachenmandel besteht, genau wie die Gaumenmandeln, aus lymphatischem Gewebe und ist genau wie diese wahrscheinlich für die Prägung des Immunsystems im Kindesalter wichtig. Genau wie bei den Gaumenmandeln ist daher eine Vergrößerung der Nasenrachenmandel im frühen Kindesalter normal, da das Organ aktiv ist, und an sich nicht behandlungsbedürftig.

Leider hat die Vergrößerung des Organs jedoch bei manchen Kindern indirekte negative Auswirkungen: Die vergrößerte Nasenrachenmandel verhindert häufig die natürliche Belüftung des Mittelohres über die Eustachische Röhre, welche im Nasenrachen Ihre Öffnung hat. Wenn nun die Mittelohrschleimhaut keine „Luft“ bekommt, dann produziert sie meistens Schleim, das nennt man dann Paukenerguß. Dieser Pauken- oder Mittelohrerguß ist primär steril und ungefährlich, führt allerdings dazu, dass das betroffene Kind schlecht hört. Kinder die schlecht hören zeigen häufig eine Sprachentwicklungsverzögerung, denn das Hören ist Grundvoraussetzung für eine normale Sprachentwicklung.

Der häufigste Grund für eine Entfernung der Nasenrachenmandel (Adenotomie) ist daher eigentlich die Schwerhörigkeit, der jedoch eine vergrößerte Nasenrachenmandel zugrunde liegt.

Die häufigste Ursache für eine akut eitrige Mittelohrentzündung ist übrigens, dass sich so ein eigentlich steriler Mittelohrerguss mit Bakterien infiziert, dass heißt aber auch, dass die vergrößerte Nasenrachenmandel die häufigste Ursache für rezidivierende Mittelohrentzündungen im Kindesalter ist.

Außerdem kann die Vergrößerung der Nasenrachenmandel noch zu Schnarchen, ständiger Mundatmung und dauerhaftem Schnupfen führen. Auch diese Symptome können bei starker Ausprägung die Entfernung der Nasenrachenmandel (Adenotomie) rechtfertigen oder notwendig machen. Häufig „gedeihen“ die Kinder nach einer Nasenrachenmandelentfernung insgesamt besser, da ein chronischer Entzündungsherd entfernt wird.

Im Erwachsenenalter, bzw. schon meist in der Pubertät, verkümmert die Nasenrachenmandel und macht daher beim Erwachsenen keine Beschwerden mehr.

Symptome einer vergrößerten Nasenachenmandel:

  • Schwerhörigkeit
  • Rezidivierende Mittelohrentzündungen
  • Dauerschnupfen
  • Mundatmung
  • Schnarchen
  • Typische nasale Stimme.
  • facies adenoideae, typischer Gesichtsausdruck beim Kind (offener Mund, Zunge zwischen den Zähnen)